Das vorerst letzte Stück Pampa

Wir kennen die Pampa. Wir mögen die Pampa. Wir haben etwa 1500 Kilometer Pampa genossen und sind jetzt ausgepampat. Jeden Tag kommen uns Radfahrer entgegen und schwärmen von der Carretera Austral. Der Traumstraße für Radfahrer, die man tunlichst bald besuchen soll bevor der Rio Baker eine Staumauer bekommt und durch die wunderbare Landschaft Nordpatagoniens eine Schneise mit Überlandleitungen gezogen wird. Wir sind unterwegs. Nach zwei Tagen in El Calafate sind wir so wenig begeistert, dass ich das hier gar Perito Morenonicht weiter beschreiben möchte. Unser schönstes Erlebnis in El Calafate verdanken wir den erfahrenen Reiseradfahrern Robert und Sabine, die mit einer erstaunlichen Küchenausrüstung unterwegs sind und uns preisverdächtige Kässpatzen auf dem Campingkocher kredenzten. Von El Calafate haben wir eine Bustour zum Perito Moreno Gletscher unternommen. Das möchte ich beschreiben, allein mir fehlen die Worte. Das muss man gesehen haben.
Wie gesagt haben wir vorerst genug von der Pampa und nahmen den Bus nach El Chalten. Dieser 220 Kilometersprung reißt keine Kerbe in unsere Fahrradfahrerehre, zumindest nicht aus unserer Sicht. El Chalten ist ein Trekkingort wie El Calafate nur nicht so groß, nicht so laut und nicht so aufdringlich. Die Landschaft fand ich mindestens so beeindruckend wie die Torres del FitzRoyPaine, sie ist aber nicht so überlaufen. Wir hatten dazu noch mächtig Glück mit dem Wetter. Genau wie die Torres del Paine ist der FitzRoy eine Diva, die sich oft tagelang in Wolken und Nebel versteckt. Am Anreisetag hat schaute der FitzRoy mächtig majestätisch auf uns herab. Der nächste Tag war stürmisch und regnerisch. Das kam uns sehr gelegen, wir mieteten uns eine Cabana und riefen den “Tag zum rumgammeln” aus. Das tat sehr gut. Auch wenn wir unser Zelt lieben ist es zwischendurch schön ein eigenes Bad zu haben und sich im stehen umzuziehen. Der Regen zog weiter, wir hatten ausgeruht, die Sonne schien, wir genossen noch einen Wandertag zum Gletscher (Laguna los tres) und stiegen glücklich in die Pedalen in Richtung Carretera Austral.
Es war merklich wärmer in El Chalten und die Landschaft atemberaubend anders, als alles was wir von Patagonien bisher gesehen hatten. Wir mussten nur 37 Kilome

zelten auf der Grenze

ter zum Lago Desierto fahren, von dort aus geht es mit dem Schiff weiter. Es waren die schönsten Kilometer der Reise bisher. In jeder zweiten der zahlreichen Kurven stiegen wir sprachlos vom Rad (bei einem Tagespensum von 37 Kilometern kann man sich das erlauben) um zu staunen.
Auf der anderen Seite des Lago Desierto ist eine Wiese und die argentinische Grenzstation. Wir checkten aus Argentinien aus und durften auf der Wiese der Grenzstation mit Blick auf den See und den FitzRoy unser Zelt aufstellen. Ein unglaublicher Platz nach einem unglaublichen Tag. Wir waren froh und gespannt auf den folgenden Tag, wir hatten den etwas anderen Grenzübergang vor uns.

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