Ein besonderer Grenzübergang

Auf der Straße haben wir schon viele Geschichten über diese Etappe gehört. Die Meinungen der uns entgegenkommenden Radfahrer gingen von “fürchterlich anstrengend und materialzehrend ” bis “ganz großer Spaß”. Wir waren mächtig gespannt.zelten auf der Grenze
Der Tag begann vielversprechend mit einem klaren Blick auf den Lago Desierto und den FitzRoy. Wir mussten uns aber nur umdrehen und die Räder zehnMeter schieben, schon waren wir an einem steilen Trampelpfad, der zudem noch schmaler ist als unsere Vorderräder mit Taschen. Wir wuchteten, schoben, schnallten Taschen auf und ab, trugen Räder und Gepäck mehr oder weniger einzeln den Pfad rauf. Dieses Spiel sollte sich die nächsten Stunden noch häufig wiederholen. 1-DSCF3402Teilweise war es einfach nur irgendwie surreal. Wir waren mitten im Wald, schoben und wuchteten zu zweit die Fahrräder einzeln über Wurzeln und umgestürzte Bäume, überquerten kleine Bäche und durchwateten Matschfelder und plötzlich kommen uns Radfahrer entgegen. Ein nettes Schwätzchen und weiter ging es. Nach 5 Stunden war die Schinderei geschafft und das Schild “Bienvenido a Chile” tauchte vor uns auf. Hah, jetzt nur noch auf das Boot warten und nach O’Higgins fahren. Ne Du… ein Grenzübergangnetter Radfahrer, der uns in diesem freudigen Moment entgegen kam, machte uns darauf aufmerksam, dass uns leider noch 15 Kilometer  übelster Schotter mit zum Teil enorm steilen, unfahrbaren Abfahrten bevorstanden.
Da half nichts, wir wollten schließlich nicht zwischen den Grenzen hängen bleiben. Ziemlich angeschlagen aber weiterhin frohen Mutes schotterten wir die 15 Kilometer zum chilenischen Grenzposten.
Das obligatorische Gestempel war hier zum Glück FitzRoy viel schneller und freundlicher erledigt als sonst. Immerhin das war einfach.
Nach acht Stunden harter Arbeit kamen wir an den Bootsanleger. Dort waren schon alle versammelt, die am Tag zuvor mit uns auf dem ersten Boot waren und die Strecke zu Fuß mit Rucksack ziemlich viel schneller absolviert hatten.
Die Sonne schien weiter und der Bootsanleger kam uns gerade recht für ein kleines Nickerchen. Die angeblich spektakuläre vier-Stunden-Tour auf dem Schiff haben wir ebenfalls größtenteils verschlafen. Trotzdem sind wir mit dem Verlauf des Tages mehr als zufrieden in O’Higgins eingefahren, haben unser Zelt aufgestellt und eines der vermutlich leckersten Biere der Reise getrunken.

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