Endlich auf der Carretera Austral

Seit wir in Villa O’Higgins waren hat sich einiges geändert. War die Landschaft zuvor unglaublich schön, so ist sie hier atemberaubend.  Landschaft
Hinter jeder Kurve landen wir in einer neuen Fototapete. Uns fehlen die Worte.
Es ist merklich wärmer, wir haben unsere Daunenjacken gegen T-Shirts eingetauscht und rattern durch die sonnenbeschienene Seenkulisse über verschiedenste Arten von Schotter. Die Carretera Austral ist sehr beliebt bei Radfahren, wir treffen Leute aus der ganzen Welt und tauschen uns aus. De donde vienen, a donde vas und alles was man über die kommenden Kilometer wissen sollte. Die Auskünfte sind unterschiedlich nützlich. “Nicht mehr weit”, “guter/schlechter Straßenbelag” und “kaum Steigung” sind ziemlich relativ, haben wir gelernt.
Der Straßenfunk hat uns über einen speziell für Shelter bei Villa O'HigginsRadfahrer eingerichteten Shelter 54 Kilometer hinter Villa O’Higgins informiert. Auf dieser Straße sind 54 Kilometer eine ganze Tagesetappe. Neben der Straße ist ein Steinmännchen und ein winziges Schild mit einem Fahrrad, dort biegen wir ab und kommen an ein Hüttchen mit Kamin und Plumpsklo. Auf der Tür haben sich viele Radfahrer verewigt. Einige davon hatten wir zuvor getroffen, von anderen schon gehört. Die Reiseradler bilden eine ganz eigene Gemeinschaft.. Gegen die vielen Mücken aus dem danebenliegenden See haben wir den Kamin eingeheizt und die Hütte ordentlich vollgeräuchert. Das mochten die Mücken noch weniger als wir, so richtig gut haben wir trotzdem nicht geschlafen. Ein bisschen müde sind wir früh aufgebrochen zu unserer nächsten Station Tortel, ein einmaliges Dorf an einer Bucht dessen Wege aus Holz auf Stelzen sind. Der Preis für diesen Besuch sind 20 Kilometer Übelschotter-from-hell. Wir hatten Glück auf der Fähre zwei hilfsbereite Schweizer zu treffen, die uns mit ihrem Socool - Great Wall chinesischen Miet-Pickup, Modell “Socool” der Marke “Greatwall” (gibt es wirklich), mitgenommen haben. Einmal Übelschotter-from-hell ist vollkommen ausreichend und eine Freifahrt in einem “Socool” ein Miniabenteuer, auf das wir uns nur zu gerne eingelassen haben. In Tortel zelteten wir neben dem ungenutzten Flugfeld am Fluß, den Platz tauften wir schnell “Mosquito Bay”. Wir hatten keine Ahnung dass es so viele Mücken überhaupt gibt. Kaum waren wir da stürzten sie sich in Schwärmen auf uns. Zu unserem Glück gibt es auch hier eine Hütte in der wir unser Zelt aufstellten und kräftig einräucherten. Schön war das nicht. Am anderen Ende des Dorfes gibt es noch einen Zeltplatz, der über viele Kuh isst ZeltTortelHolzstege und Treppen erreichbar ist. Abgesehen von dem beschwerlichen Weg ist dort das Problem, dass eine Kuhherde sich am angrenzenden Strand sonnt und von den Zelten nascht. Das klingt alles nicht optimal, Tortel ist jedoch so einmalig, dass wir froh sind es besucht zu haben. Wir blieben bei den Mücken, besichtigten Tortel und knatterten etwas verbeult weiter über den Schotter Richtung Cochrane.

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