Etappenziel erreicht – Wir machen Pause in Salta

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Talacasto – Salta (25.05. – 21.06. – 1130 km – 6200 hm)
 (see below for translation)

Bis Salta waren wir der Meinung mit Städten abgeschlossen zu haben. Wir hielten uns für wahre Naturkinder, die außer frischer Luft und viel Platz so gut wie nichts brauchen.

Jetzt wohnen wir seit Tagen im Boutique-Wein in SaltaHotel “Delvino” in Salta und sträuben uns vor der Weiterfahrt. Auf der gesamten Reise geben wir uns viel Mühe Newtons erstes Gesetz wieder und wieder zu beweisen, auch wenn Herr Newton das nicht wirklich nötig hat.
Vor etwa 1000 Kilometern sind wir bei dem unglaublichen Talacasto wieder auf die Ruta 40 abgebogen. Außer einem Kiosk hat in Talacoasto kein Gebäude mehr ein Dach. An die Eisenbahnstrecke erinnern noch überwucherte Schienen und Überbleibsel von Brücken, Bahnhöfen und Signalen. Wir fahren 100 Kilometer durch eine Filmkulisse bis San Jose de Jachal. Jachal wurde im 16. Jahrhundert gegründet, es ist die erste alte Siedlung unserer Reise.

jachal

Es ist nicht touristisch und auf eigene Weise charmant. Englisch spricht hier niemand, die Leute sind ziemlich klein, viele wohnen in Adobe-Häusern in unterschiedlichen Stadien der Verwahrlosung. Lehmhäuser scheinen nicht zu verfallen, sie kompostieren. Entsprechend übersichtlich ist unsere Auswahl bei der Unterkunft, wir teilen uns zu sechst ein Apartment für vier. Ein Ein-Zimmer-Apartment. Zwei Übernachtungen schaffen wir trotzdem.

jachal 03Seit Wochen haben wir bestes Radwetter. Das ändert sich so bald auch nicht. Wir fahren durch traumhafte Täler: grüne und rote Berge, darüber kreisen Condoren, gelegentlich kommen wir an einen See. Die Ortschaften sind weit verstreut und entsprechen endlich dem Bild, dass ich von Südamerika hatte bevor ich hier war: Lehmhütten, Hühner, Ziegen und Schafe davor, ein alter Pickup und im besten Fall noch jemand, der nach ordentlich Lebenserfahrung aussieht, auf einer Bank sitzend. Wir wissen gar nicht wohin wir zuerst schauen sollen und bei unserem ambitionierten Fotografen Dan fürchten wir gelegentlich ihn mit Gewalt aus der Kulisse zu müssen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Die Landschaft wird mehr und mehr Karl May. Bei Chilecito kommen wir an dem ersten Riesenkaktus (Cardon) vorbei. Jetzt haben wir endgültig großer KaktusMundharmonika-Klänge im Ohr.
Wir sind im Nirgendwo. Die Flüsse sind trocken, die einzelnen Ortschaften liegen weit auseinander. Mit Lebensmitteln und Wasser für mindestens zwei Tage ist unser Gepäck recht schwer, aber das Wetter meint es so gut mit uns, dass wir auch vom Erzfeind Nr. 1 (Gegenwind) kaum etwas zu spüren  bekommen. In Ortschaften mieten wir uns meist Cabanas und außerhalb bauen wir 1-DSCF8058unsere Zelte möglichst geschützt auf. Gerne vor Regenröhren oder in trockenen Flussbetten. Bevor wir irgendwo übernachten können führen Koby und Ava Fei eine strenge Prüfung durch. Ihre Kriterien sind dabei immer objektiv: 1) kann man im Sand spielen 2) gibt es Wasser 3) kann man ein Fort bauen.
Wir fahren über perfekte Straßen in perfekter Umgebung bei perfektem Wetter in perfekter Begleitung. Es sind perfekte Tage, allein es fehlt die Gürteltiersichtung.
Wir erreichen Cafayate und Cafayate hält was es verspricht. Vier Tage erholen wir uns und geniessen “Los vinos de altura”.
Nachdem uns Gandalf (Cesar) in Villarica Abschiedverlassen hat löst sich die übrige Bruderschaft in Cafayate auf. Die Clarks fahren direkt gen Norden nach Salta und wir entscheiden uns den holprigen aber schönen Umweg über Cachi zu nehmen.

Der Weg über Cachi erfüllt unsere Erwartungen. Es ist unglaublich schön und unglaublich mühsam. Zwischen San Carlos und MondlandschaftCachi ist die Ruta 40 eine Sandpiste, die steil bergauf und bergab verläuft. Das soll dieselbe Straße sein, die als 6-spurige nach Mendoza geführt hat. Die Ruta 40 ist anders als andere Straßen. Wir ignorieren unsere brennenden Waden und konzentrieren uns auf die Mondlandschaft um uns herum. Unterwegs treffen wir nur auf einzelne Bauern und Gruppen von wilden Eseln, der miserable Zustand der Straße hat auch etwas Gutes.
Nach Cachi bilden wir uns ein, wir könnten diesen kleinen Pass über 3400 Meter kurz hochfahren und dann am selben Tag noch nach KakteenSalta rollen. Das war ein bisschen naiv. Die Steigung zieht sich und zieht sich. In 3000 Meter Höhe finden wir das Radfahren ziemlich anstrengend, da helfen auch die unzähligen Kakteen rechts und links der Straße nicht weiter. Nach sieben Stunden waren wir endlich oben. Eine unglaubliche Sicht. Leider zu spät am Tag. Wir rauschen noch so weit es geht in Richtung Salta und bauen unser Zelt kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf dem Sportplatz einer winzigen Siedlung auf. Nach Salta rollen Abfahrtwir einen Tag später. 100 Kilometer bergab, das kann man mal machen. Wir sind mittags dort, pünktlich zum Argentinien-Spiel. Wir waren fast alleine auf der Straße, die Einfahrt in eine Stadt war noch nie so einfach. Da Argentinien das Spiel gewonnen hatte wurde es ziemlich schwierig für uns eine Unterkunft zu finden. Wir mussten uns mit der bestmöglichen Kaschemme abfinden, aber weil wir uns gleich in Salta verliebt haben nutzten wir die kommenden Tage um uns eine neue Superbude zu suchen. Da sind wir jetzt und kommen nicht weg. Morgen aber, morgen wirklich, morgen geht es wieder los. Bestimmt.

1-DSCF9055 1-DSCF9104 1-DSCF9106 Stefan fühlt sich in Salta mächtig wohl.

 

Milestone – we take a good break in Salta

We thought that we had finished with city life. We considered us as childs of nature who just need fresh air and space. Until we got to Salta

Wein in Salta

We are staying in the little Boutique-Hotel ”Delvino” for days now and simply refuse to go back on the street. The whole journey we do our best to proof Newton’s first law of motion, even if Mr. Newton doesn’t need our support.
Rughly 1000 kilometers ago we turned back onto the Ruta 40 at the unbelievable Talacasto. The only building with a roof in Talacasto is the Kiosko. The only remains of the railway are the last overgrown tracks and signals and the remains of stations and bridges. We cycle through a jachalmovie set for 100 kilometers to San Jose de Jachal. Founded in the 16th century San Jose de Jachal is the first really old seddlement of our journey. It is not touristy at all and has its very own charme. Nobody speaks any English at all, the people are much smaller than in the South. The city consists of Adobe buildings in different states of decline. Although, clay houses seem to jachal 03compost when unattended. Our choice of accommodation is not great. The six of uy stay in an appartment for four. We manage two nights anyway.

We have the best cycling weather for weeks now and this is not going to change. Our way goes through beautiful valleys: red and green großer Kaktusmountains, Condors circle above, we pass the occasional lake. The settlements are small, old and far apart. They are finally in accordance with the image I had of South America before I went: Clay houses, chicken, goats and sheep in front, an old pickup and in the best case somebody with a lot of life experience on a bench. We can not decide where to look first. The countryside becomes more and more Western movie style. At Chilecito we see the first giant cactus (Cardon). We finally have a harmonica tune in our heads non stop. We are in the middle of nowhere. The riverbeds are dry and the settlements very distant. Equipped with food and water for several days our luggage is fairly heavy, but the weather is our friend. Even enemy no. 1 (headwind) does not show up.

In villages we usually hire a cabana, in the outback we set our tends up with as much windshield as possilbe. Mostly in dry riverbedsn or similar. 1-DSCF8058Before we can settle for the nicht Ava Fei and Koby inspect the place. Their criterias are very objective: 1) sand to play in 2) water 3) possibilities to build a fort.
We cycle perfect roads through a perfect surrounding with perfect weather in perfect company. Many perfect days, only the total lack of Amardillo sightings is unfortunate.
Until Cafayate. Cafayate is great, we enjoy four rest days and ”Los vinos de altura”.
Gandalf (Cesar) has left us already in Villarica.

Abschied

Now, after two wonderful month, it is time for the whole brotherhood to desintegrate. The Clarks are going the direct route to Salta and we take the rugged but beautiful detour via Cachi. The way turns out to be what we expected. It is truly beutiflul and hard to ride. Between San Carlos and Cachi the Ruta is a steep and mountainous sandboxMondlandschaft. Unbelievalble, that this is the same street that was the 6-lanes Motorway into Mendoza. Ruta 40 is something different. We ignore our burning legs and concentrate on the moonscape around us. We meet only a few farmers and wild donkeys on the way, the upside of terrible road conditions.
Smugly we imagine to go over the little 3400 meter pass and to Salta in one day. This was a little naive. We climb and climg and find cycling at 3000 meter altitude rather exhausting. Even the uncountable cactusses on the way don’t help. Seven hours later we finally reach the pass and are rewarded with an incredible view, unfortunaltely too late in the day. We fly downhill for about an hour until we reach the first settlement where we can camp on the football-ground. Kakteen
Abfahrt

A day later we cycle 100 kilometer downhill, very nice. We reach Salta midday the next day just in time for the Argentinian team to play in the wordcup. The streets are deserted and the cycle into a city has never been so easy. Not so easy was to find accommodation after the Argentinian victory. We checked into a gin place and fell in love with Salta. The next days we managed to find a great hotel for the same price. Now we don’t manage to leave. Tomorrow, really, tomorrow we are back on the street.

1-DSCF9055 1-DSCF9104 1-DSCF9106 Stefan fühlt sich in Salta mächtig wohl.

 

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