Fahrt aufnehmen nach Lima für den großen Sprung nach Osten

La Paz – Lima (02.08. – 04.09. –  echt weit, ausreichend Höhenmeter)
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La Paz ist die erstaunlichste Stadt die ich kenne. Von El Alto auf 4060 Meter fahren wir in eine “Men in Black”-Kulisse auf 3600 m herab. Ich bereue nicht auf dem Rad zu sitzen und alles nur durch das Fenster sehen zu können, das formuliere ich ausdauernd. Irgendwann gibt Stefan auf und stimmt mir zu. In La Paz laufen wir tagelang herum, das ist das Beste was man machen kann. Wir haben Röstisehnsucht, abends essen wir unbolivianisches Essen in Gringo-Restaurants und verarbeiten die Eindrücke. Cholitas, Diplomaten, uralte Busse, nagelneue Seilbahnen, Backpacker, Burger King und Hexenmärkte, Militärparaden und tanzende Studenten. Ich verstehe La Paz nicht und finde das ganz wunderbar. Meinetwegen hätte man die Stadt 1000 m näher am Meeresspiegel bauen können, aber das ist Geschmacksache.LaPaz Lamababy lapaz Parade 02  LaPaz Einfahrt

Es war wie verhext, erst fabrizierte ich eine Panne mit meinem Hinterrad in einem Ablaufgitter, dann hielt uns der irrsinnige Verkehr von El Alto noch stundenlang auf, wir sollten wohl in La Paz bleiben. Wir haben nicht aufgegeben, uns durchgebissen und es in das endlich wirklich flache Altiplano Richtung Titicacasee geschafft.
Plan das AltiplanoEin bisschen spannend sind die Übernachtungen auf dem Land. Mancherorts finden wir nur Dank lokaler Unterstützung heraus, dass irgendwo ein Don Irgendwer irgendwas bewohnt, wo schon mal Zimmer an Straßenarbeiter vermietet werden. Bolivianischer Straßenarbeiterstandard, wir vergeben keinen Stern und vermissen unser Zelt. Die Zimmer sind Zellen, die Toiletten von “Trainspotting” inspiriert. Als Reisende haben wir grandiose Begegnungen und Erlebnisse, Übernachten ist allerdings angenehmer als Tourist. Zum Ausgleich steuern wir die nächste Touristenmetropole Copacabana an. Auf dem Weg müssen wir noch über den Estrecho de Tiquina setzen. Das klingt einfach, ist es auch, nur sind die Boote winzige, wackelige Nussschalen durch deren moderige Bodenbretter man ins Wasser sieht. Außer uns fahren noch ein Bus und ein LKW auf dem Kahn mit, das Schiffchen schaukelte und wand sich und mir war ganz übel trotz ruhigem See. Aus Sicherheitsgründen müssen Touristen vor der Überfahrt in Personenschiffchen umsteigen, Einheimische und Radfahrer dürfen mitfahren. Vielen Dank. Glücklich wieder an Land ist es nicht mehr weit nach Copacabana.
Hatten wir in der Nacht zuvor noch Schwierigkeiten eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden gibt es nun Hotels aller Standards und jede Menge Restaurants. Die eigentliche Attraktion sind in Copacabana jedoch die Autos. Die ganze Stadt ist voll geschmückter Autos. Vor der prächtigen Basilika segnen Priester die Wagen, am AutosegenSeeufer Schamanen dieselben Wagen. Man geht auf Nummer sicher. Zu allen Seiten abgesegnet kann man weiterfahren wie ein Henker. Wir genießen einige Tage als Touristen, fahren Tretboot und besuchen die Isla del Sol bevor wir uns von Bolivien verabschieden und nach Peru einreisen.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Peru kaum von Bolivien. Es geht weiter mit Cholitas, viel Platz, kleinen Herden, winzigen Häusern und noch mehr Platz. Äußerlich ähnlich wird schnell ein deutlicher Unterschied zu Bolivien deutlich. Die Kinder rufen und rennen mit uns, Hirten kommen von den Feldern um uns die Hand zu schütteln, jeder winkt und ruft, möchte wissen woher wir kommen und warum wir das eigentlich machen. Das ist anders, als durch das introvertierte Bolivien zu fahren.
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Wir erreichen Puno, die nächste größere Stadt, wo wir fast eine Woche verbringen. Von Puno aus kann man die berühmten Reet-Islands besichtigen, machen wir aber nicht. Wir laufen viel herum, versuchen zu begreifen wie das Leben hier funktioniert und überlegen uns wie wir weiterfahren möchten. Aus Puno gibt es also wenig zu berichten, nur dass wir eine wunderbare Woche dort verbracht haben. Von Puno aus fährt der historische Andenexpress nach Cusco. Ein echter Touristen-Luxus-Zug. Da fahren wir mit. Ein bisschen zusammengezuckt sind wir schon, als wir die Tickets gekauft haben, aber wir zugfahren schöner zugfahrenhaben es nicht bereut. Es ist der schönste Zug in dem wir je gefahren sind, auch wenn es die volle Breitseite an Entertainment und Souvenirs gab war es eine wunderbare Fahrt. Es gibt einen offenen Panoramawagen. Durch Gässchen und Märkte fahren wir mit Schrittgeschwindigkeit, die Leute nehmen ihre sieben Sachen von den Gleisen, wir passieren, die Leute bauen ihren Stand wieder auf die Gleise. Hat super geklappt, man muss es mit den Sicherheitsvorschriften nicht übertreiben. Besser ankommen durch schöneres Bahnfahren, oder so, kommen wir fit und gut gelaunt in Cusco an. Cusco ist alt. Viel gut erhaltenes 16. Jahrundert; Kirchen, Museen, Springbrunnen in unglaublicher Dichte: ein großes Museumsdorf, eine Museumsstadt. Allein am Plaza de Armas ist Kathedrale als Hauptattraktion, direkt daneben die fast ebenso prächtige Kirche von Jesus Maria und gegenüber Nuestra Senora del Triunfo. Im Südosten die großartige Kirche La Compania, die man leicht für die Kathedrale halten kann. In der Mitte gibt es noch einen großen Springbrunnen und freie Stellen werden mit kolonialen Arkaden gefüllt. Das ist nur der Hauptplatz, überwältigend. Von Cusco aus geht man auf den Machu Picchu und diverse Inkapfade, dementsprechend stören tausende von Trekkingjacken das Mittelalterfeeling. Macht nichts, wir schlüpfen in unsere Daunen und machen was man hier so macht: Kirchen besichtigen und Machu Picchu buchen.
Machu PicchuZwischen Stefan und mir herrscht Uneinigkeit über Machu Picchu. Ich bin der Meinung es ist über. Überteuert, überlaufen und ein Besuch überflüssig. Stefan stimmt mir zu bei überteuert und überlaufen, findet es aber auch beeindruckend und sehenswert. Das Beste an Machu Picchu ist der Nebelwald drumherum, da sind wir uns zumindest einig.Damit die vielen Touristen Machu Picchu nicht kaputttrampeln stehen dort sehr viele Wächter herum, die sofort pfeifen wenn man etwas Verbotenes macht. Verboten sind: auf Steine klettern, Essen, Trinken, auf Steinen sitzen. Weil das so gut funktioniert pfeifen wir einander jetzt nur noch aus, wenn eine Linie übertreten wird.
verpacktZurück in Cusco packen wir unsere Räder wieder ein. Wir nehmen den Bus nach Lima und fliegen von dort nach Amsterdam.

Das ist das Ende des ersten Kapitels Veloalpacas. Wir fliegen nach hause, ölen die Ketten, tauschen Daunenjacken gegen Flipflops und machen uns auf nach Südostasien. Im zweiten Kapitel fahren wir durch Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha.

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Gaining speed towards Lima for the big jump east

La Paz is the most astonishing city I know. From El Alto, 4060 m altitude, we head down into a “Men in black” setting on 3600 meters. I regret to be in a bus and be only able to admire everything through the window. I comunicate this persistantly. Eventually Stefan gives up and agrees. In La Paz we walk around day after day, this a great activity for La Paz. We suffer a Roesti-longing, in the evening we eat very unbolivian food in gringo restaurants and process the impressions. Cholitas, diplomats, ancient busses, brandnew cable cars, backpacker, Burger King and wich-markets, military parades and dancing students. We fall in love. For my taste the city could have been build 1000 meter closer to sea level, I guess you can not have it all.LaPaz Lamababy lapaz Parade 02  LaPaz Einfahrt

It was bedeviled, first I caused a longer stop with my back-wheel in a grid, then the mad El Alto traffic kept us for ages. As if we were to stay in La Paz. But we did not give up, we bit through and finally got to the really plane Altiplano in the direction Titicacalake.

Plan das AltiplanoThe accommodation in the country side is exciting again. In some places we only find a place to stay with support from the locals who know that Don Something used to rent out rooms for roadworkers. Bolivian roadworker-stadard, this is something. It is more like a prison cell, with “bathrooms” inspired by the movie Trainspotting. It is great to be a traveller when it comes to wonderful encounters and experiences but when it comes to how to spend the nights the tourists are better of.
Anyway, we are on our way to the next tourist center Copacabana. We only have to cross Estrecho de Tiquina. This sounds easy, it is easy, only the boats are ancient, tiny nutshells through which floor you can see the water. Our nutshell is loaded with a truck and a bus and us.  For security reasons tourists have to leave the bus and cross over in extra boats. For natives and cyclists the ferries are fine. Thank you, we survived and had only a short way to Copacabana on the bikes left.
Accommodation was no subject there. Copacabana consists of hotels, restaurants and a huge church. The real attraction of Copacabana are the cars. The sheer number of glittering, decorated cars all over town. They are consecrated by priests in front of the church and later by shamans at the lakeside. Double-blessed nothing can possibly happen so everybody can
Autosegencarry on driving like a lunatic. Very convenient. We enjoy some quiet tourist-days at this great lake, visit the isla del sol and go on a paddleboat (swan) before we move on towards Peru.
At first sight Peru is very much like Bolivia. Cholitas, lots of space, tiny adobe huts, small herds and even more space. It just looks the same. After polite and introvert Bolivia the peruvians take us by surprise.
Sheperds run towards us to shake our hand, everybody is waving and wants to know where we are going, children

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run alongside with us. Puno is the next bigger city. From Puno you can visit the well known Reet Island, what we did not. Again we walk the streets, meet people and try to understand. We also think about how we want to continue. We have little to report from Puno, just that we had a lovely week. There is a historic luxury train from Puno to Cusco. Although we wince slightly when buying the ticket we don’t regret it. The Anden express is a real tourist train. There is a lot of entertainment and souvenirs around, but always a way to escape. zugfahrenWe did not regret.

schöner zugfahren

It is the most beatiful train I have ever been in. It has an open panoramic coach, we go through little streets and markets were people just collect their things, let us pass and then rebuild their booths. Everything happens slowly and is accompanied by a lot of waving and laughter. It worked surprisingly fine, security is often overrated.
After this very easy journey we arrive very happy and relaxed in ancient Cusco. Cusco has a lot of 16th century; churches, museums, fountains in amazing concentration. Like a giant museum. Only the plaza de armas has a massive cathedral, next to it the nearly as pompous Church of Mary and Jesus, opposite the Nuestra Senora del Triunfo and south is the church La Compania, easyliy mistaken for the cathedral. Amazing to imagine what must have been going on there on a sunday. In the middle is a huge fountain and all the space that is left is full of 16th century arcades. Only the amount of gore-tex-jackets disturbs the medieval feeling. From Cusco you go to machu picchu and several inca paths. We get into our trecking jackets and book our trip to machu picchu, as you do.
Machu Picchu
Stefan and I don’t agree on Machu Picchu. On my opinion it is a lot of over. Overpriced, overrun and generally overrated. Stefan agrees partly but also finds it impressing and thinks it is a must, once you are in the area. The best about Machu Picchu is the forest around it, we agree on this. In Machu Picchu are thousands of guard who blow their whistle as soon as you do something forbidden: sit on a stone, drink, eat ….  . Because this seems to work so well we adopted this for our relationship. Instead of too much talking and explaining we just whistle when someone crosses a line. This is practical and funny. Back in Cusco we pack our bikes and
verpackttake the bus to Lima from where we fly to Amsterdam.

This is the end of the first chapter of our veloalpaca-biketour. We go home, oil the chain, swap down jackets for flipflops and move on to the next chapter: Veloalpacas cycle Thailand, Laos, Vietnam and Cambodja.

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