Kater, Schotter, Klettern, Marmor

Nachdem wir unser erstes südamerikanisches Dorffest in Puerto Bertrand erlebt hatten war uns nicht übermäßig sportlich zu Mute. Trotzdem waren wir morgens plötzlich sehr wach, als wir den mächtigen Bullen entdeckten, der hinter unserem Zelt im Wald frühstückte. Viele Bauernhöfe lassen ihre Tiere an der Straße grasen. Meist ist das schön anzuschauen, in diesem Fall war viel zu groß und viel zu nah. Er interessierte sich glücklicherweise nur milde für uns und entschloss sich bald seine Mahlzeit andernorts fortzusetzen. Ein sehr guter Entschluss. Wegen unserer Schockstarre haben wir nicht mal ein Foto machen können. Das Zusammenpacken ging dann recht flott. Direkt hinter dem Dorf geht es ausgiebig bergauf. Schotter, SiestaKater, Klettern: eine unangenehme Kombination. Der erste See kam uns gut zupass für eine außerordentlich ausgiebige Siesta. Unsere Tageskilometer möchte ich lieber verschweigen.
Viel Zeit und wenige Kilometer später versprach eine kleine Estancia genau das was wir brauchten: “Camping” und “Cervesas”. Hätten wir in Buones Aires in der Schule ein wenig besser aufgepasst, wäre uns aufgefallen, dass da nicht Cervesas, sondern Ceresas (Kirschen) steht. Das Hirn ist manchmal ein Schelm. Es gab ein bisschen Verwirrung bis wir einsahen, dass wir auf das Ankunftsbier verzichten mussten. Wenn man ehrlich ist, dann hatten wir das auch nicht wirklich verdient.
Sauberer Hühnerhof Camping auf dem HühnerhofIch stand noch ein wenig unschlüssig und missmutig herum. An dem Fluss kann man überall genauso schön umsonst Campen, aber die Bullen. Einerseits war der Hof zauberhaft, toll gelegen am Fluss mit Blick auf die Berge, überall liefen Hühner, Puten, Gänse und Schafe herum. Die hatten jedoch einiges hinterlassen. Der arme Stefan mit dieser missmutigen Tante im Gepäck tat der Bäuerin so leid, dass sie Tisch und Bank schnell gereinigt hat. Als sie begann den Rasen zu fegen war auch mein Missmut dahin. Es war ein tolles Campen (schönster Campingplatz bisher) mit unglaublichem Blick auf Fluss und Berge, besonders vom Plumpsklo aus, dem die Wand zum Fluss fehlt (schöner thronen).
Bei strahlendem Sonnenschein sind wir am nächsten Morgen sehr ausgeruht aufgebrochen und durch die Seen und Berglandschaft nach Rio Tranquillo geradelt. Rio Tranquillo ist wieder so ein Nest mit vielen kleinen Supermärkten, die sich Panaderia nennen und alles außer Brot verkaufen. Die einzige aber äußerst bemerkenswerte Attraktion sind die Marmorhöhlen. Die Einheimischen schippern die Touristen mit kleinen Motorbooten durch diese Wahnsinnsanlage. Wir wissen bis jetzt nicht wohin mit den ganzen Fotos, die wir aus lauter Begeisterung geschossen haben.

Fröhliche Touris in Marmorhöhle

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