Charmant und morbide: Kambodia / Charming and morbid: Cambodia

 Phnom Penh – Koh Thmei (19.01. – 28.01.2015. – ca. 280 km)

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Die Strecke zwischen Siem Reap und Phnom Penh ist eine kambodschanische Hauptverkehrsachse. Das heißt nicht, dass die Straße ausgebaut, sondern dass sie sehr verkehrsreich ist. Wir verzichten und nehmen den Bus. PP01 Bus Eine Busfahrt in Kambodscha ist allerdings auch nicht ohne. Kein Vergleich zu unserem vietnamesischen Liegebus, aber immerhin spannend genug zu verfolgen wie ein Mopet, 5 Räder und diverses Handgepäck (Reissäcke) unter Beteiligung von viel zu vielen Leuten, lebhaften Diskussionen und aberwitzigen Strategien letztendlich doch irgendwie verstaut wurden. Dabei blockiert Stefans Rad hochkant stehend das Klo, sehr zum Leidwesen von Tom und Heiner, die jetzt dran sind mit asiatischer Verdauungsbeschleunigung. Selbstverständlich sind wir doppelt so lange unterwegs wie angekündigt und natürlich ist der Bus auf 12 Grad heruntergekühlt, schließlich nennt er sich Luxus oder VIP oder beides. Hier bedeutet Kälte Luxus, das muss man als Norddeutsche erstmal verinnerlichen.
PP05 Fassade PP04 Markt PP03 S21PP02 MöncheWir erreichen Phnom Penh in der Dämmerung. Es ist erstaunlich, wie uns ein Tag im Bus mehr schafft als auf dem Fahrrad. Die Hotelsuche in der großen, unbekannten Stadt im Dunkeln ist anstrengend, wir sind müde und hungrig, halten die Suche kurz und nehmen irgendein Hotelzimmer ohne Fenster, wo wir unsere Räder sicher parken können. Nur für eine Nacht. Im Touristenbezirk ist ein Hotel am anderen und am nächsten Morgen ist es einfach ein paar Häuser weiter zu ziehen. Die thailändische Regierung hat die Visumbedingungen erleichtert ohne uns Bescheid zu geben, daher erliegen wir dem Irrtum hier schon ein Visum besorgen zu müssen. Das kostet uns 40 Dollar und bringt uns drei Tage Phnom Penh ein. Das ist nicht zu lang. Phnom Penh ist spannend, wild und widersprüchlich, schön ist es nicht. Städtebaulich hat Kambodscha seit Angkor stark nachgelassen, außerdem haben die Roten Khmer kulturell durchgefegt. Es gibt viel offensichtliche Armut, viel zur Schau getragener Reichtum, jede Menge Verrückten (im besten Sinne) und allgegenwärtige Geschichtsverarbeitung. Wir besichtigen den Königspalast (kann man machen), besuchen das Foltercamp S21 (muss man machen) und verbringen viel Zeit damit durch die Straßen und Märkte zu laufen. Es gibt viele Touristen, bei der Mischung aus Backpackern, Kulturreisenden und Sextouristen wird jeder finden was er sucht, wobei die Kulturreisenden nach drei Tagen Feierabend machen können.
PP07 unterwegsWir lassen uns den Spaß nicht nehmen mit dem Fahrrad aus Phnom Penh zu fahren. Der asiatische Großstadtverkehr macht uns inzwischen Spaß. In den Seitengassen vor der Stadt finden wir heraus, wie man mit einem kambodschanischen Gehalt in der Großstadt lebt, dann heizen wir den Highway 2 herunter zur großen Betonkrabbe von Kep. Die Strecke führt durch flaches Land und abgeerntete Reisfelder. Zwischendurch steht mal eine Kuh herum und uns begegnen irre Gestalten, PP08 Krabbe Kep sonst gibt es nichts zu sehen. Den Preis für die schönste Strecke vergeben wir woanders.
Die Sehenswürdigkeit (außer der Betonkrabbe) von Kep ist eine Villengegend, die die französischen Besitzer 1954 verlassen haben und die seither verfällt. Nach Terror-Camp und Killing-Fields bekommt das hier langsam einen morbiden Geschmack. Weil wir nun endlich am Beach sind bleiben wir zwei Nächte bei der dicken Krabbe, auch wenn niemand sagen kann warum Kep mal der Urlaubsort der Reichen und Schönen in Kambodscha war, und freuen uns wie verrückt auf unsere kleine Robinsoninsel Koh Thmei (http://koh-thmei-resort.com).
Eine kleines Bötchen, geführt von einem 12-jährigen holt uns am Ufer ab. Wir schaukeln samt Rädern herüber auf die Insel, auf der DSCF0054nichts ist außer ein paar kleinen Bungalows und einer Polizeistation. Die Polizeistation ignorierend verbringen wir vier unglaublich faule und schöne Tage mit Schnorcheln, Schwimmen, Lesen, mehr Lesen, in der Hängematte liegen, nochmal Schnorcheln, Lesen… . Einige von uns konnten die Füße natürlich nicht still halten und mussten morgens durchs Gebüsch krabbeln in der Hoffnung Vögel zu beobachten. Sie sagen der Sonnenaufgang sei spektakulär. Wir glauben es ihnen einfach.

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Charming and morbid: Cambodia

Cambodias main transport route leads from Siem Reap to Phnom Penh, main meaning amount of traffic, not quality of road. We waive cycling this and take the bus.

PP01 BusThis turns out to be interesting enough. Nothing compared to the vietnamese-luxury-experience luckily though. For one hour we had the chance to observe how a very high number of people managed to load 5 bycicles, one scooter and a lot of hand luggage (mostly sacks of rice) under lively discussions on board the normal sized bus. Stefan’s bike edgewise blocking the toilet, much to the chagrin of Tom and Heiner whose turn it was to suffer from Asiatic accelerated digestion.
Naturally the tour took double the estimated time and the bus was cooled down to 50 degree Fahrenheit since the bus was called “luxury” or “VIP” or both. Here “luxury” equals “cold”, this is something to digest for a northern German.
PP05 FassadePP04 MarktPP03 S21PP02 MöncheWe reach Phnom Penh at dusk. The search for a hotel in the big, unknown city is too exhausting now. We are tired, hungry and frozen, so we take one hotel where we can safely store our bikes. Astonishing, how much more exhausting a day in the bus is compared to a day on the bike. Early the next day the search in the tourist area is much easier and we pick one of the thousands nicer places (with daylight) around the corner.
The Thai administration faciliated the terms for the second visa and must have forgotten to tell us about it. Convinced, that this was the way we applied at the Thai embassy and get three days in Phnom Penh. This is not too much.
Phnom Penh is exciting, wild and full of contradictions, but not beautiful at all. In the means of urban layout Cambodia has fallen remarkably since Angkor times and most of what was left was torn to pieces by the Khmer Rouge. There is a lot of obvious poverty and ostentatious wealth, many mad people (in the best means) and . Es gibt viel offensichtliche Armut, viel zur Schau getragener Reichtum, jede Menge Verrückten (im besten Sinne) and traces of the younger history. We visit the palast (can do), visit the torture camp S21 (must do) and spend a lot of time walking the streets and the markets. There are plenty of tourists of different kinds: backpacker, culture lovers and sex tourists. There is a something for everybody, the culture lovers might pack up after three days though.
PP07 unterwegsWe take the opportunity to a large slice of Asian urban traffic when leaving Phnom Penh. In a weird way we started liking it.
Highway 2 takes us south to the big concrete crab of Kep. The way is anything but spectacular. We ride through flat land, brown rice fields with the occasional cow on it. We pass a few crazy (for European standards) people, otherwise we might have fallen asleep on the bikes.PP08 Krabbe Kepsonst gibt es nichts zu sehen. No price for scenic roads is won here.
Apart from the concrete crab Kep has another site to see. Old villas, deserted by the French in 1954 and decaying since. In combination with the torture camp and the killing fields Cambodia seems to have a fairly morbid taste.
Nevermind, we are finally at the beach and we stay for two nights, although nobody can explain how Kep ever managed to be the tourist spot for the rich and famous. Next thing on the menu for us is our little Robinson island Koh Thmei (http://koh-thmei-resort.com). We are looking so forward to this.
A little boat with a 12-year old (estimated) captain picked us up at the shore and seesawes us DSCF0054 and our bikes over to the island with nothing but a little police station and a few bungalows.
We ignore the police station, feel almost alone and spend three incredibly lazy days with snorkeling, swimming, reading, more reading, lying in the hammock, snorkeling again, reading.. . Some of us do not manage to hold their feet still and have to crawl in the bushes in order to watch birds. They claim that dawn is amazing on the island. We just take their word for it.DSCF0086 (2)DSCF0077 (3)

 

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