Spätsommer im Bezirk Aysen

Wirklich, ich möchte nicht schon wieder schreiben, dass die Landschaft so wunderschön ist dass ich sie kaum beschreiben kann. Der Rio Baker ist leuchtend türkis, die Täler sattgrün, die Berge haben Gletscher. So sieht das aus, da können wir auch nichts machen.

W U N D E R S C H Ö N !

Meist sind die Distanzen zwischen zwei Orten zu weit, um sie an einem Tag zu fahren. Daher kaufen wir für mehrere Tage ein und übernachten unterwegs an schönen Plätzen, sofern Camping an Estanciasie nicht eingezäunt sind, oder bei Bauernhöfen, die sich so einige Pesos dazu verdienen. Vor so einer Estancia auf dem Weg nach Cochrane steht ein Schild “Camping”  und der Bauer möchte ein paar Pesos dafür haben, dass man auf seinem Grundstück zeltet. Es gibt sogar Banos speziell für Camper. Diese sanitären Anlagen sind sehr originell, entsprechen jedoch nicht den internationalen Standards. Wir sind inzwischen Schlimmeres gewöhnt. Auf dem Bauernhof hat wieder so ein armer Hund sein Herz an Stefan verloren und rannte zwanzig Kilometer hinter uns her. Wenn  Lumpiwir uns umdrehten tat er immer sehr unbeteiligt, als mache er nur einen Spaziergang, oder er versuchte sich vor einem Stein oder neben einem Busch zu verstecken. Lumpi ist nicht das hellste Lämpchen am Kronleuchter. Zwei nette Radfahrer aus Alaska haben ihn dann freundlich angesprochen und er hat sich entschieden mit ihnen zurück zu laufen. Wir hätten auch ungern Lumpis Herz gebrochen.
In Cochrane haben wir drei Nächte übernachtet. Wir wissen nicht warum ausgerechtet Cochrane. Außer einem Supermarkt, der ein rekordverdächtig breites Sortiment von Hufeisen über Lebensmittel bis zu Waffen führt, gibt es nichts Sehenswertes. Vielleicht brauchten wir einfach eine kleine Pause und je kleiner das Angebot an Zerstreuung ist, desto besser kann man Nichts tun.  Wir haben uns sehr gut ausgeruht und Puerto Bertrand feiertdie 50 Kilometer regelmäßiges bergauf-bergab zu unserem nächsten Ziel Puerto Bertrand waren ein Kinderspiel. Der Straßenfunk hatte uns glücklicherweise darüber informiert, dass Puerto Bertrand etwas feiert und dass wir etwa 700 Meter vor dem Ort ein idyllisches, ruhiges Plätzchen am Fluss finden könnten. Der Zeltplatz im Wald am Fluß ist wunderschön. Abends haben wir unser erstes südamerikanisches Dorffest besucht. Es gab keine Plakate und keine Dekoration, wir kennen den genauen Anlass bis heute nicht. Es ging offensichtlich darum, dass man nachmittags zusammen angelt und anschließend jeder Dorfbewohner über 14 Jahren möglichst betrunken ist. Das Fest war sehr erfolgreich. Wir haben uns den lokalen Gepflogenheiten so gut es ging angepasst und hatten am nächsten Tag nicht viel Freude an der Schotterpiste.

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