Überwältigende Einöde

Las Lajas bis Malargüe

(see below for translation)

Nach zwei kuscheligen Tagen in Suizandina verabschiedeten wir uns von Corinne und Daunendecken. Wir hatten die Wahl: durch einen einspurigen Tunnel nur für Autos oder über einen Paß vor dem Paß.Tunnel, einspurig, dunkel und lang Corinne hatte ein Einsehen und fuhr uns bis nach Lonquimay, Glück gehabt. Hier sahen auf einmal alle Leute so aus, wie man sich Andenbewohner vorstellt. Das erste Mal seit wir in Südamerika unterwegs sind sehen wir auffällig anders aus, nicht nur wegen der Helme. Wir überqueren wieder die Anden nach Argentinien (ich schreibe das, weil das so gut klingt, es ging hierbei nur um 1900 Höhenmeter). Der Pino Hachado ist der letzte Paß auf unserem Weg nach Norden, auf dem man nicht mit schwindelerregenden Höhen (4000 m und mehr) , fürchterlicher Kälte und gemeinen Winden zu tun hat. Für so etwas sind wir vermutlich nicht gebaut. Vielleicht sind wir vorläufig zum letzten Mal in Chile. Wir sind vorsichtshalber ein bisschen traurig. Chile war sehr freundlich zu uns und gefällt uns ausgesprochen gut. Bis auf die Sache mit dem löslichen Kaffee, aber gut.

auf nach Argentinien

Wir genießen noch eine Nacht in einer wahnsinnig schäbigen Herberge (Schlafsack raus – nichts anfassen – 12 Stunden Knastgefüh)l und kurbeln uns am nächsten Tag gemächlich die Berge hoch.
Unser unglaublich gutes Timing lässt uns genau in dem Moment auf dem Campingplatz in Las Lajas eintrudeln, als Familie Clark das Abendessen auftischt. Wir wähnten sie schon weiter und freuten uns nicht nur über das Essen.
Am nächsten Tag überrascht uns der Campingplatzbesitzer mit 24 Empenadas, die ich wohl aus Versehen am Vortag bestellt hatte. Mein Spanisch macht mir langsam Angst. Über das Mittagessen müssen wir uns keine Gedanken mehr machen. Wir machten und auf die nächsten trockenen 150 Kilometer nach Chos Malal, eine hervorragende Gelegenheit ein bisschen zu verwildern.
Einmal können wir windgeschützt am Fluß campieren. Das war es dann allerdings mit Wasser. WasserdiebEigentlich bauten wir darauf in einer der Minisiedlungen oder Estancias Wasser zu bekommen. Die angepeilte Siedlung ist einige Kilometer (Schotterpiste) von unserer Route entfernt und niemand ist bereit dorthin zu fahren. Uns bleibt nichts anderes übrig als Wasser zu stehlen, das in großen Mengen einen überfüllten Speicher herunterfließt. Stefan gefällt das überhaupt nicht.
Wir fahren einige Tage durch spektakuläre Pampaslandschaft und unspektakuläre Orte in denen außer Hühnern und Hunden niemand auf der Straße ist.
Bis wir nach Buta Ranquilo kommen. Puta Tranquila heißt das jetzt. Camping Municipal ist eine Art Müllplatz mit lauten gemauerten Grillstellen, die dicht an dicht nebeneinander gepflastert sind. Das war ein schlechtes Zeichen, wir sind aber viel zu müde noch lange zu suchen und kehren in der Hospedaje Marta ein. Bei der guten Marta zahlen wir doppelt so viel wie sonst für Schlechteste Wäschereidas Zimmer, 100% gringo tax, das ist bisher ungeschlagen. Seit dem Empenada-Zwischenfall versuche ich nicht mehr so viel auf Spanisch zu diskutieren und akzeptiere das, wir sind ja müde und nicht hungrig. Eigentlich sind es der schlechten Omen genug und wir sollten am nächsten Tag zusehen, dass wir Land gewinnen. Stattdessen geben wir auch noch unsere Sachen in die örtliche Wäscherei. Trübe Stimmung dank trüber OrtschaftDas hat ein zerfetztes Merinoshirt zur Folge, eine Angestellte die gar nichts dafür kann, es war ja die Kollegin, und obwohl sie alle unsere Kleidungsstücke mit Kugelschreiber beschriftet haben, echt wahr, finden wir Sachen der anderen in unseren Beuteln. Es ist schön aus Puta Tranquila abzufahren.

In dem nächsten Ort, Barrancas, müssen wir uns zusammenreißen um die freundlichen Leute nicht spontan zu küssen. Wir zahlen normale Preise und alle sind freundlich. Schon ist das Leben wieder schön.
Wie immer sind die Tage, die auf der Karte einen Schöne Pampaeinfachen Streckenverlauf versprachen viel anstrengender als gedacht. Wir haben einige späte Abende und manchmal Schwierigkeiten einen Platz zum übernachten zu finden. Mal flüchten wir vor dem starken Wind in das Pferdegatter einer Estancia, interessant aber nicht geruchslos, ein anderes Mal ist der einzige Platz ohne große Dornen unter einer tropfenden Weide, sodass unser Zelt ziemlich klebrig ist am nächsten Tag. In Bardas Blancas hat die einzige Hospedaje geschlossen und der Campingplatz ist nur noch Müllkippe. Wir klingeln an einem ehemaligen Restaurant, warum genau dort weiß ich nicht, eine freundliche Dame öffnet uns und erlaubt uns in der ehemaligen Gaststube zu kochen und zu übernachten. Sie spricht nur Spanisch und ist etwas schwerhörig, sitzt aber den ganzen Abend bei uns. Vielleicht ist unser Unterhaltungswert höher als das Abendprogramm.

AbfahrtNatürlich war das Stück vom Weg, dass uns am meisten Sorgen gemacht hat am einfachsten. Ein schöner, gleichmäßiger Paß ließ uns gemütlich 600 Meter klettern und belohnte uns mit dieser Abfahrt.

Jetzt sind wir in Malargüe, legen die müden Beine hoch und genießen täglich duschen zu können. Jetzt geht es weiter nach Mendoza und ich freue mich auf Wein.

Vorheriger Post                          nächster Post

Mind blowing wasteland

After two comfortable days in Suizandina we had to say good bye to Corinne and to the luxury duvets. We could either leave through a cars-only- tunnel with only one lane or over an extra pass before the actual pass. Luckily Corinne had an understanding and drove us through the tunnel to Lonquimay (foto). In Lonquimay the people looked really like we’d imagined people form the Andes would look like. At once we looked different from anybody else, not just because we wear helmets.
We cross the Andes once more to Argentina (this sounds great, really it was only 1900 meter pass). The Pino Hachado is the last pass on our way north that is not overdoing it height wise. Everything that comes now is about 4000 meter with the vicious winds and extreme cold. I doubt that we are made for this. This might be our last time in Chile on this trip. We are a bit sad. We like Chile a lot and Chile has been very friendly to us. Ok, there is the thing with the instant coffee, but hey (foto).
We spend one night in a very shabby hostel (sleeping bag out, don’t touch anything, 12 hours inmate feeling) and slowly pedal up the mountain the following day.
Thanks to our incredible timing we arrive at the campside in Las Lajas just that minute family Clark has prepared dinner. We thought they had moved on already and were very happy, not just because of the food.
Before we left the next day, the campside owner delivered 24 empenadas which I accidentaly had ordered the previous evening. Sometimes I really worry about my Spanish skills. Nevermind, at least we did not have to think about what to eat for lunch.

The 150 dry kilometers to Chos Malal are a great oportunity to grow wild. Once we found a great spot to camp by a river, that was it with the water for a while though. We planned to get water from an mini village one the way, but this appeared to be miles (ripio-miles) away from our track. None of us was willing to cycle there and we had no choice but to climb a fence and steal water from an overflowing reservoir. (foto) Stefan did not approve.

We rode a few days through spectacular pampas landscape and unspectacular villages where only chicken and dogs were on the streets. Until we reached Buta Ranquilo. Puta Tranquila it is called now. Camping Municipal was a dumping ground with lots of concrete barbeques built closely next to each other. This was a bad sign but we were to tired to search for a much longer time and landed in Hospedaje Marta. We paid doble the usual price, 100% gringo tax is a whole new level. I did not want to risk more empenadas and refrained a discussion, we had a long day and were tired. With so many bad omens in one place we should have hurried to move on as fast as possible, but no. We had to have our laundry done in this unfortunate pueblo. Of course it went wrong. One merino shirt got totally ripped but because it was the fault of a colleague temporarily of duty we did not even get an apology or even refund. Although they hat marked all our clothes with ballpen, really, they mixed them up. This might be the worlds worst lavanderia.
It was great to get away from Puta Tranquila. In the next village, Barranca, we were close to kiss the friendly people that did not try to rip us of. Life can be so beautiful.

As usual, the days we expected to be easy turn out to be daunting and long. We had some late evenings and some difficulties in finding places to put our tent up. Once we fled from the wind to a horse stable, interesting but not odourless, once the only place free of thorns was under a weeping willow that dripped on our tent all night. It was quite sticky the next day.
In Bardas Blancas the only hospedaje was closed. Without many options we knocked the door of a former restaurant that turned out to be the right choice. A friendly lady opened the door for us and allowed us to sleep on the floor of the former gutest room and cook our dinner there. She speaks only Spanish and her hearing is not good, but still she stayed with us for the whole evening. Of course without talking much. I guess we were more entertaining than the tv that evening.
Of course, the way that we worried most about turned out to be the easiest bit. A nice and steady pass let us climb the 600 meters quite comfortably and rewarded us with a spectacular downhill (foto).

We are in Malargüe now and enjoy daily cooking and showers. Tomorrow we will start into the Mendoza. Sounds like wine, I am looking very forward to it.

Previous

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: